Die Folgen des Brexits und seine Auswirkungen auf die ITC.

Großbritannien hat den europäischen Binnenmarkt und die Zollunion mit dem Start ins Jahr 2021 endgültig verlassen, doch erste Auswirkungen auf den Import und Export waren schon deutlich früher zu spüren.

 

In Folge der großen Unsicherheit vieler Kunden über die Auswirkungen des Austritts, erhöhte sich das versendete Warenvolumen bereits Mitte November stark. Die große Nachfrage nach Frachtraum ließ Preise und Kosten für Lieferungen stark ansteigen. Hinzu kam die Covid-19 geschuldete parallele Grenzsperrung zwischen Frankreich und Großbritannien, welche zu massiven Verzögerungen führte. Tausende LKW strandeten aufgrund der Sperrung des Tunnel- und Fährverkehrs vor Dover.

Mit dem finalen Austritt zum Jahreswechsel ist Großbritannien faktisch Drittland. Damit fallen neue Zollformalitäten und Kontrollen auf Produktstandards an.

Die ITC setzte bereits im Januar die theoretische Planung in die Praxis um. Alle Prozesse wurden Stück für Stück der neuen Situation angepasst. Um den neuen Anforderungen und dem dauerhaft höheren Arbeitsaufwand gerecht zu werden, hat sich das Disponenten- und Zollteam in den letzten drei Monaten eine komplett neue Struktur erarbeitet, neues Wissen angeeignet, ihr Team vergrößert und viel Zeit in das Betreuen und Informieren ihrer Kunden investiert.

Neu für den Englandverkehr ist zum Beispiel:

- die Verzollung über das externe Unionsverfahren (T1-Verfahren) und das interne Unionsverfahren (T2-Verfahren)

- die Erstellung von Luftfrachtbriefen (AWD)

- das Einholen von Zollvollmachten, Einfuhrpapieren, Rechnungen, Packlisten und Warennummern (HS-Codes)

- die Erhöhung von Bürgschaften über die nun anfallende Mehrwertsteuer

- die Zusammenarbeit mit Zoll-Agenten in England

- die Neuberechnung von Zöllen und Abfertigungskosten und die zusätzlich anfallende Einfuhrumsatzsteuer

 

Die optimale und schnelle Anpassung an die neuen Anforderungen der UK Im- und Exporte, führte zu einem exponentiellen Anstieg der Auftragslage und damit zu deutlich mehr Linienverkehr und Direkt-LKW. Auch die Auftragsübernahme von Kunden, deren Spediteure nicht für Drittländertransporte ausgelegt sind, haben einen Teil dazu beigetragen.

 

Alles in allem hat sich die sofortige Umstellung und akribische Einarbeitung Ende 2020 für die ITC Logistic gelohnt.